LEADER steht für Liaisons Entre les Actions de Développement de l‘Economie Rurale. Das bedeutet so viel wie „Verbindung von Aktionen zur Entwicklung der Ländlichen Wirtschaft“.

Bei dem Förderinstrument LEADER handelt es sich um einen methodischen Ansatz der Regionalentwicklung, der es Menschen vor Ort ermöglicht, regionale Prozesse mitzugestalten. So kann das Potential einer Region besser für deren Entwicklung genutzt werden.

LEADER gibt es seit 1991: Nach LEADER I und LEADER II ging es mit LEADER+ (2000-2006) in die dritte Runde. Seit 2007 wird LEADER im Rahmen des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung ländlicher Räume (ELER) umgesetzt.

Für die LEADER-Förderperiode 2014-2020 haben sich deutschlandweit 321, bayernweit 68 Lokale Aktionsgruppen (LAGen) erfolgreich beworben, darunter die LAG Regionalentwicklung Westallgäu-Bayerischer Bodensee. Zum Vergleich: In der vorhergehenden Förderperiode 2007-2013 waren es deutschland weit noch 244 und bayernweit 58 LAGen!

Die bayerischen LEADER-Gebiete machen rund 86 Prozent der Landesfläche aus. Zur weiteren Stärkung der LEADER-Gebiete bis 2020 stellt das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF) in München rund 111 Millionen Euro EU- und Landesmittel zur Verfügung.

Grundprinzipien von LEADER

LEADER kennzeichnet sich durch sieben wesentliche Merkmale:

  1. Territorialer Ansatz: Lokale Entwicklungsstrategien beziehen sich auf räumlich genau abgegrenzte ländliche Gebiete. Hierbei haben die Besonderheiten der jeweiligen Region einen hohen Stellenwert und sollen zu einem eigenständigen Profil weiterentwickelt werden.
  2. Bottom-up-Ansatz: Lokale Akteure erarbeiten in gemeinsamer Verantwortung ein Regionales Entwicklungskonzept, das die Besonderheiten ihrer Region verstärken soll. Sie sind aktiv bei der Auswahl an Prioritäten bzw. Projekten eingebunden.
  3. Innovation: Die LEADER-Regionen haben die Möglichkeit, in ihren Projekten neue Wege zu gehen und neue Ansätze auszuprobieren.
  4. Integrierte und multisektorale Aktionen: Verschiedene wirtschaftliche, soziale, kulturelle, umweltrelevante Akteure und Sektoren arbeiten sowohl bei der Erstellung der Regionalen Entwicklungsstrategie als auch bei der Planung und Durchführung von Projekten zusammen.
  5. Vernetzung von Akteuren: Voneinander lernen, Information austauschen, vorhandenes Wissen bündeln, gemeinsam arbeiten – ein wichtiger Grundsatz von LEADER.
  6. Kooperation: Die LEADER-Regionen haben die Möglichkeit, mit anderen (europäischen) LEADER-Regionen ein gemeinsames gebietsübergreifendes und/oder transnationales Kooperationsprojekt umzusetzen.
  7. Lokale Aktionsgruppen (LAGen) als Schnittstellen: LAGen sind regionale Zusammenschlüsse privater und öffentlicher Personen und Institutionen, die den Entwicklungsprozess steuern und unterstützen, die verschiedene Akteure in der Region zusammenbringen und Anlaufstelle für Projektideen und Projektanträge sind.