Ausgangssituation und Handlungsbedarf

Die Orgel / das Harmonium in der Maria Hilf Kapelle wurde 1896 von Anton Ochsenreiter, Orgelbauer aus Hergatz erbaut und stand ursprünglich in einer Gastwirtschaft in Wigratzbad. Es handelt sich um eine einmanualige Schleifladenorgel mit mechanischer Spiel- und Registertraktur mit sieben Registern. Der Tonumfang beträgt 54 Töne im Manual und 27 Töne im Pedal und befindet sich in der Westempore der Kapelle. Das Instrument ist originell und besitzt einen warmen schönen Klang. Als Zeugin ihrer Zeit steht sie unter Dankmalschutz. Der Zustand ist schlecht, die Diözese hat sich im Rahmen des Bestandschutzes verpflichtet, die Kosten für den Erhalt des Gehäuses durch die bekämpfende und vorbeugende Behandlung sämtlicher Holzteile mit Wurmschutzmitteln zu übernehmen. Damit ist zwar der äußerliche Erhalt garantiert. Für eine weitere Spielbarkeit des Instruments ist aber die Restauration des Innenlebens erforderlich.

Bedeutung der Orgel für die Kapelle und die Kirchengemeinde St. Georg

Das II. Vatikanische Konzil hat das Orgelspiel und den Gemeindegesang mit Orgelbegleitung, ebenso das festliche Orgelspiel als wesentliches Element der Liturgie erkannt und auch verankert. Es legte in der Instruktion der Ritenkongregation „Musicam sacram” fest: „Die Pfeifenorgel soll in der lateinischen Kirche in hohen Ehren gehalten werden; denn ihr Klang vermag den Glanz der kirchlichen Zeremonien wunderbar zu steigern und die Herzen mächtig zu Gott und zum Himmel emporzuheben.”

Die romantische Kapelle wird im Gemeinde- und Kirchenleben der Region rund um die Orte Opfenbach, Hergatz, Wohmbrechts und Maria Thann vielfältig und häufig genutzt und erfreut sich gerade für Gottesdienste im kleineren Kreis wie Taufen, Andachten, Hochzeiten und Kindergottesdiensten größter Beliebtheit. Somit hat sie einen festen Stellenwert im jährlichen Kirchennutzungsplan der Gemeinde. Sie ist zudem Zielpunkt des alljährlich stattfindenden Bittgangs und ein Zentrum der kirchlichen Marienverehrung durch die regelmäßig im Frühjahr abgehaltenen Maiandachten. Im gesamten ländlichen süddeutschen Raum und gerade im Allgäu haben die marianischen Feste, Andachten und Gedenktage einen festen Platz im Kirchenjahr und erhalten mit ihren Bräuchen und Zeremonien (Kräuterbuschen, blütengeschmückter Maialtar) ein wertvolles, traditionelles Kulturgut. Die Orgel wird bei diesen Anlässen immer genutzt; im Gegensatz zu vielen anderen Kirchen, gibt es in Hergatz noch einen nebenberuflichen Kirchenmusiker, der seinen Dienst zuverlässig leisten kann.

Das alte kirchliche Liedgut, gerade das der Marienverehrung (Gotteslob Nrn. 570 – 603 und 874 – 881) mit eher einfach komponierten und volkstümlichen Melodien, wird hoch gehalten und verbreitet. Ihnen wird eine meditative und heilende Wirkung zugeschrieben. Ohne Orgel findet dieser wichtige Bestandteil der Feier, der Gesang der versammelten Gemeinde erfahrungsgemäß nicht oder nur unzureichend statt. Die Güte und klangliche Vielfalt der Orgel ermöglicht aber auch Improvisationen moderner Art für meditative Zwischenspiele bei Taufen und Hochzeiten.

In Zeiten der geplanten Neustrukturierung, Rationalisierung und Zusammenlegung vieler kleiner örtlicher zu großen regionalen Gottesdiensten in der katholischen Kirche, kann ein örtliches Angebot für nicht mobile Gläubige eine gute und wertvolle Alternative darstellen.

Projektziele

Durch die Inwertsetzung der Orgel in der Maria Hilf Kapelle in Itzlings sollen folgende Ziele erreicht werden:

  • Erhalt eines Instruments und dessen sichere Anwendung für den Gottesdienst
  • Erhalt einer volks- und ortsnahen spirituellen Erlebnisstätte
  • Erhalt eines kulturellen Erbes
  • Schaffung einer Anlaufstelle/Station im Rahmen des Tourismusprojekts „Spirituelles Wandern“
  • Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit über einen Flyers, der die Geschichte der Orgel und die Inwertsetzung darstellt

Maßnahmen

Um die Spielbarkeit des Instruments weiterhin zu sichern ist eine Restauration des Innenlebens erforderlich. Dazu gehören insbesondere:

  • Zerlegen der Orgel und Reinigen sämtlicher Teile
  • Durchsicht und Instandhaltung der Holz- und Metallpfeifen, Zungenregister, Polieren der Prospektpfeiffen
  • Überholung der Windanlage
  • Überholung der Spielanlage und Klaviatur
  • Instandsetzung und Nachfassung des Gehäuses
  • Zusammenbauen, Nachintonieren und Stimmen des Werks
  • Neubau einer Podestanlage aus Weißtannenholz

Für den Erhalt der Orgel haben sich ca. 15 Personen aus der Pfarrgemeinde als Kümmerer zu einem Freundeskreis zusammengeschlossen. Die Vorsitzende (Doris Scheuerl) ist Ansprechperson und kompetente Partnerin des Vorhabens.

Projekt im Überblick
ProjekttitelInwertsetzung der Orgel in der Maria Hilf Kapelle in Itzlings
ProjektträgerKath. Pfarrkirchenstiftung St. Georg, Opfenbach
ProjektgebietGemeinde Maria Thann-Itzlings
Beteiligte LAGRegionalentwicklung Westallgäu-Bayerischer Bodensee
Gesamtkosten
18.147 Euro
Fördersumme7.624 Euro
Projektlaufzeit2013-2014
FörderinstrumentLEADER 2007-2013
Bezug zum REKKunst und Kultur als wichtige Bestandteile der regionalen Identität fördern/Erhalt kulturellen Erbes