Ausgangssituation und Handlungsbedarf

Die Stadt Lindau hat sich im Jahr 2013 um die Durchführung einer Regionalgartenschau nach dem Programm „Natur in der Stadt“ der Bayerischen Staatsregierung beworben. Anlass der Bewerbung waren umfangreiche städtebauliche Veränderungen im Westteil der Lindauer Insel. Den Zuschlag der Gesellschaft zur Förderung der bayerischen Landesgartenschauen erhielt die Stadt im März 2014. Die Gartenschau wird vom 20. Mai 2021 bis zum 26. September 2021 (130 Tage) stattfinden. Ziel Lindaus ist es, im Zuge der geplanten Veränderungen ihr Profil als Gartenstadt zu schärfen und weiterzuentwickeln.

Parallel zur Lindauer Gartenschau und basierend auf dem Integrierten Räumlichen Entwicklungskonzept der Aktivregion Stadt-Land-See haben sich so genannte Satellitenstandorte (Außenstandorte) entwickelt. Durch diese Orte sollen die Themen „Wasser“ sowie „Garten“ auch im Landkreis und somit über die Stadt Lindau hinaus vermittelt und ausgeweitet werden. Aktuell sind drei Standorte als Satelliten zur Gartenschau geplant:

1.    Sigmarszell: Versuchsstation Obstbauschule Schlachters

Die Versuchsstation Obstbauschule Schlachters in der Gemeinde Sigmarszell ist eine Außenstelle des Instituts für Gartenbau der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und die einzige Versuchsanstalt für Obstbau im Allgäu. Seit Jahren werden dort Gartenbaustudenten im Obst-, Wein- und Gartenbau ausgebildet. Daneben wachsen auf den Flächen des Instituts derzeit über 200 alte Apfel- und Birnensorten, welche gesichert und im Hinblick auf die Entwicklungen des Klimawandels untersucht werden. Während der Lindauer Gartenschau sollen dort Führungen, Veredelungskurse, Sortenbesichtigungen und kulinarische Rundgänge angeboten werden. Darüber hinaus wird ein Schulungs- und Tagungshaus entstehen.

2.    Weiler-Simmerberg: Hausbachklamm

Die Hausbachklamm ist ein bekanntes Wanderziel und Geotop, das durch Strudeltöpfe, rauschende Wasserfälle und Auswaschungen von Gesteinsgebilden gekennzeichnet ist. Auf dem drei Kilometer langen Wanderweg können Formationen von Sandstein sowie Nagelfluhgestein besichtigt werden. Als eingetragenes Naturdenkmal stellt die Hausbachklamm eine weitere eindrucksvolle Naturbesonderheit des Landkreises Lindau dar.  Im Jahr 2021 während der Lindauer Gartenschau sollen dort Erlebnisplätze, ein Infopavillon und Wassergärten zu den Themen Flora und Fauna sowie der Geologie der Hausbachklamms umgesetzt werden. Darüber hinaus soll vor allem Kindern ein naturnahes Spielen und Lernen ermöglicht werden. An den Wasserbecken und auf der Terrasse am Bach sollen zu dem Plätze geschaffen werden, wo Besucher ihre „Seele baumeln lassen können“.

3.    Scheidegg: Scheidegger Wasserfälle

Basierend auf einem jahrelangen geologischen und hydrologischen Entstehungsprozess, können in Scheidegg verschiedene Gesteinsarten besichtigt werden, die durch Erosionen während zweier Eiszeiten entstanden sind. Das
Wasser des Rickenbachs stürzt über zwei mächtige Gesteinsstufen in bis zu 22 Meter Tiefe. Dieses Zeugnis über die wechselvolle Ablagerungsgeschichte im bayerischen Alpenvorland wurde im Jahr 2004 in die Liste Bayerns schönster Geotope aufgenommen. Als Satellitenstandort zur Lindauer Gartenschau sind in Scheidegg ein Geoerlebnispfad, geführtes Wasserkneippen, eine Illumination der Klangwelt Rauschen, Theater- und/ oder Detektivspiele sowie die Ausstellung von Landart-Kunstobjekten geplant. Darüber hinaus wird ein touristischer Infoterminal entstehen.

Das vorliegende Projekt fokussiert sich dabei nicht auf die konkrete Umsetzung der genannten Punkte in den einzelnen Orten, sondern auf die Vermarktung in der Region durch die Etablierung eines einheitlichen Erscheinungsbildes der Satellitenstandorte in der Öffentlichkeit. Hierzu wurden folgende Schritte eingeleitet:

Projektmanagement „Gemeinsame Marketingelemente und Ausstattungselemente der Satellitenstandorte“

Zum Aufbau eines einheitlichen Erscheinungsbildes der drei Satellitenstandorte in der Öffentlichkeit soll ein Gesamtkonzept umgesetzt werden, welches mit den jeweiligen Vertretern der Satellitenstandorte im Rahmen eines Workshops am 13. März 2019 entwickelt wurde. Das Gesamtkonzept umfasst gemeinsame Marketing- und Ausstattungselemente der Satellitenstandorte, welche nun mittels einer LEADER-Förderung kofinanziert werden sollen.

Das Projektmanagement für die Erstellung und Umsetzung des Gesamtkonzepts übernimmt der Regionalentwicklung Westallgäu-Bayerischer Bodensee e.V. (LAG-Management) im Rahmen einer 0,5 Personalstelle. Hierzu stimmt sich das LAG-Management regelmäßig mit den Schlüsselakteuren der Satelliten, der Natur in Lindau GmbH sowie einer eigens gebildeten Steuerungsgruppe – bestehend aus dem Fachbereich Kreisentwicklung des Landratsamtes sowie dem Kreisgartenfachberater – ab.

Projektziele

  • Steigerung der Attraktivität der Lindauer Gartenschau
  • Schaffung eines hohen Wiedererkennungswertes und einer Steigerung der Bekanntheit der Orte
  • Stärkung der Vernetzung des oberen und des unteren Landkreises (Regionalbewusstsein)
  • Ergänzung der gärtnerischen und freizeitlichen Angebote um weitere Erlebnisfelder
  • Hervorhebung der landschaftlichen und naturschutzfachlichen Besonderheiten in der Region
  • Verbesserung der Aufenthaltsqualität der Satellitenstandorte
  • Erweiterung der Zielgruppen der Lindauer Gartenschau um Wanderer sowie Fachleute zum Thema Obstbau
  • Erhöhung der gesamten Wertschöpfung der Region

Maßnahmen

Als Maßnahmen sollen gemeinsame Marketing- und Ausstattungselemente innerhalb der Satellitenstandorte und in Verbindung zur Lindauer Gartenschau geschaffen werden.

Marketingelemente:

  • Broschüre zur Vorab-Bewerbung der Satellitenstandorte
  • Broschüre mit Programmverzeichnis während der Gartenschau
  • Roll-Up zur Vorab-Bewerbung auf Messen
  • Zusatz-Seite für die Satellitenstandorte auf der von der Natur in Lindau GmbH geplanten Homepage zur Lindauer Gartenschau
  • Logoentwicklung zur Wiedererkennung der Satellitenstandorte in den jeweiligen Marketingunterlagen
  • Formulierung und Gestaltung von Presseartikeln
  • Fotografie
  • Imagefilm pro Satellitenstandort
  • Gemeinsame Veranstaltung Geocaching / Schnitzeljagd

Ausstattungselemente:

  • Willkommensplätze (Bänke, Fahne, Infostelen, Landschaftsmodell, Beleuchtung und Landschaftsbau)
  • Vorstellung auf Lindauer Gartenschau im Rahmen des Regionalbeitrages (Infostele und Landschaftsmodell)
  • Sitzbänke
Ausschreibungen zum Projekt
Vergaben zum Projekt
Projekt im Überblick
ProjekttitelSatellitenstandorte zur Lindauer Gartenschau 2021
ProjektträgerRegionalentwicklung Westallgäu-Bayerischer Bodensee e.V.
ProjektgebietScheidegger Wasserfälle, Hausbachklamm in Weiler-Simmerberg und Obstbauschule Schlachters
Beteiligte LAGRegionalentwicklung Westallgäu-Bayerischer Bodensee
Gesamtkosten
226.837,80 Euro (brutto)
Fördersumme95.310 Euro
Projektlaufzeit2019-2021
ProjektstatusLaufend
FörderinstrumentLEADER 2014-2020
LES-HandlungszielHZ 1: Vernetzung und Erlebbarmachung regionaler Tourismusangebote