Ausgangssituation und Handlungsbedarf

Klimaschutz und Energiewende sind eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung und Aufgabe. Im Landkreis Lindau (Bodensee) wird bereits die Nutzung von Ökostrom und erneuerbarer Energien wie Wind- und Sonnenkraft vorangetrieben. Eine Verwendung von Wasserstofftechnik gibt es bisher aber nicht. Wasserstoff ist farb- und geruchlos, unter normalen Bedingungen gasförmig und leichter als Luft. Wasserstoff kommt in der Natur nur in gebundener Form vor – zum Beispiel als Bestandteil von Wasser.

Die Wasserstoffelektrolyse als solche nutzt das saubere Medium Wasser und verwertet es zu einer anderen Energieform. Als Produkt entsteht Wasserstoff und Sauerstoff. Die Verwendung von Ökostrom zur Erzeugung des Wasserstoffs ist eine emissionsfreie Technik, die nicht auf eine Verbrennung von fossilen Rohstoffen basiert.

Wasserstoff als Energieform der Zukunft ist also nur sinnvoll, wenn dieser aus erneuerbarem Strom hergestellt wird, der nicht aus fossilen Rohstoffen gewonnen wird und damit wieder negativ zur CO2-Bilanz beiträgt. Hier sprechen wir von grünem Wasserstoff. Im Landkreis Lindau kann Ökostrom aus dem öffentlichen Netz oder über zertifizierte Kooperationspartner bezogen werden.

Das geplante Projekt, die Errichtung einer Wasserstoff-Elektrolyseanlage inklusive einer Tankstelle, bietet dem Landkreis Lindau (Bodensee) und somit unserer Region die Chance, sich innovativ und zukunftsdenkend an der Umsetzung der Klimastrategie zu beteiligen, kurz- und langfristig neue Infrastrukturen zu schaffen und damit Unternehmern, Gründern, jungen Absolventen und Fachkräften einen Anreiz zu bieten, sich im Landkreis niederzulassen.

Die regional ansässige Firma Max Müller Spedition GmbH würde als erster Projektpartner grünen Wasserstoff abnehmen und als optimaler Vernetzungspartner in der Region fungieren, unter anderem zu dem Vernetzungspartner h2connect.eco. Darüber hinaus soll durch eine weitere Zusammenarbeit und Vernetzung mit anderen Unternehmen in der Region der Wirtschaftsstandort gestärkt werden. Ferner verfügt der Landkreis Lindau (Bodensee) durch seine geographische Lage im Dreiländereck über die Möglichkeit einer strategischen Funktionsausübung als überregionaler Wasserstofflieferant.

Durch das Projekt „Wasserstoff-Elektrolyseanlage mit Tankstelle für PKW und LKW“ soll die Errichtung einer Wasserstoff-Elektrolyseanlage mit einer Tankstelle für PKW und LKW im Landkreis Lindau (Bodensee) in einem ersten Schritt durch eine Machbarkeitsstudie analysiert werden. Durch den Bau einer solchen Anlage in einem weiteren Schritt können die natürlichen Ressourcen unserer Region nachhaltig genutzt und alternative Energiegewinnung geschaffen werden.

Es soll eine Anlage entstehen, die Wasserstoff emissionsfrei und ohne Verbrennung fossiler Rohstoffe erzeugen kann. Unsere Region hätte für den Bau und den Betrieb einer solcher Anlage optimale Grundlagen. Denn die örtlichen Stadtwerke liefern schon jetzt 100 % Ökostrom an ihre Kunden. Im benachbarten Vorarlberg und im nahen Thurgau gibt es zudem Erzeuger von Ökostrom mit denen eine Kooperation angedacht werden kann.

Mit der Installation dieser in der näheren Umgebung bisher einzigen Anlage inklusive der Tankstelle im Landkreis Lindau (Bodensee) schafft sich unsere Region zunächst ein Alleinstellungsmerkmal. Durch die Lage im Dreiländereck zielt das Projekt langfristig auf eine Zusammenarbeit und damit weitere Abnehmer in Bayern, Baden-Württemberg, Österreich und der Schweiz ab.

Projektziele

Bei Realisierung eines solchen innovativen Projektes in Lindau hat der ganze Landkreis die Möglichkeit, wirtschaftlich ein Gebiet zu erschließen, welches zukunftsweisend für die ganze Region ist. D.h. wir können dadurch neue, zukunftssichere Gewerbemöglichkeiten erschließen.

Weiterhin verstärkt der Landkreis Lindau (Bodensee) sein Image als eine innovative Region, da er sich durch dieses Projekt aktiv an der Klimawende beteiligt und zukunftsorientiert und umweltbewusst agiert. Eine aktive Öffentlichkeitsarbeit ist hier vorausgesetzt.

Langfristig gesehen könnten sich aus dem Projekt weitere Innovationen und Effekte ergeben, die den Wirtschaftsstandort Lindau interessant machen für Forschung und/oder Start-Ups sowie bereits bestehende Wirtschaftsbereiche sinnvoll ergänzen.

  • Sicherung und Ausbau der regionalen Wirtschaftskraft und Wettbewerbsfähigkeit
  • Niederlassung/Gründung neuer Unternehmen
  • Gewinnung und Sicherung von Fachkräften
  • Erhalt und Ausbau daseinsvorsorgender Angebote: Sicherung der klimaneutralen Mobilität durch Verbesserung bestehender und Schaffung alternativer Mobilitätsangebote

Der Landkreis Lindau hat die einmalige Chance, grünen Wasserstoff zu produzieren, diesen durch seine regionale Nähe zu Österreich und der Schweiz grenzübergreifend zu vertreiben und dadurch einen Beitrag zur Klimaneutralität und zur Energiewende zu leisten.

  • Nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen
  • Schaffung von Energiesparmaßnahmen bzw. eines alternativen Energieprojektes

Maßnahmen

  • Erstellung eines Konzepts zur Errichtung einer Wasserstoff-Elektrolyseanlage mit vorgeschalteter Wasseraufbereitung, Elektrolyse, Gasspeicherung und Wasserstofftankstelle für variable potenzielle Abnehmer in der Region
  • Analyse, inwieweit der produzierte Sauerstoff in anderen Anlagen wie Kläranlagen mitgenutzt werden kann
  • Detaillierte Aussagen zu den OPEX (= Betriebskosten) und CAPEX (= Kapitalkosten) Kosten einer solchen Anlage bei Nutzung von grünem Strom und Erhöhung des Nutzungsgrades durch Verwendung des Sauerstoffs in anderen Anlagen
  • Wirtschaftlichkeitsbetrachtung und -analyse
  • Simulation des Wasserstoffbedarfs und Vernetzung mit weiteren potenziellen Wasserstoffabnehmern
Projekt im Überblick
ProjekttitelMachbarkeitsstudie: Wasserstoff-Elektrolyseanlage mit Tankstelle für PKW und LKW
ProjektträgerFrioheat GmbH
ProjektgebietLandkreis Lindau
Beteiligte LAGRegionalentwicklung Westallgäu-Bayerischer Bodensee
Gesamtkosten
10.324,00 Euro (brutto)
Fördersumme4.450,00 Euro
Projektlaufzeit2021
ProjektstatusAbgeschlossen
FörderinstrumentLEADER 2014-2020
LES-HandlungszielHZ 4: Sicherung der Mobilität durch Verbesserung bestehender und Schaffung alternativer Mobilitätsangebote